Meine Highlights – 10 Jahre RUNA (Teil 2)

Katalonien mit Rollstuhl

Eigentlich, ja eigentlich, bin ich nicht der Wintertyp! Das Wetter im Moment tut meiner Muskulatur gar nicht gut und ich sehne mich nach Wärme und Sommer!

Deshalb war ich zunächst gar nicht begeistert, als im Winter 2009 der Vorschlag auf den Tisch kam, ich solle nach Katalonien fliegen um dort Hotels und Winterangebote für Menschen mit Behinderung zu testen! Da ich aber kein Mensch bin der Herausforderungen scheut, nahm ich das Angebot an.

So machte ich mich zusammen mit einem Freund, der mich begleiten durfte, auf den Weg von Frankfurt Airport nach Barcelona.

Ohne zu viel vorweg zu nehmen: Es war eine meiner schönsten Reisen für RUNA! Obwohl wir leider nicht viel Zeit für eine ausführliche Tour durch Barcelona hatten, kann ich sagen, allein um diese Stadt zu sehen hat es sich schon gelohnt.

Der Blick aufs Meer, die Berge, die Altstadt von Barcelona… grandios! Für mich eine der schönsten und interessantesten Städte der Welt. Leider – wie gesagt – hatten wir aber nicht viel Zeit dafür, denn es sollten einige Highlights folgen.

Skifahren für Rollstuhlfahrer

Als ich mir das Programm ansah, hatte – muss ich gestehen – ich am meisten Respekt vor einer Ballonfahrt über die Pyrenäen. Doch es kam etwas anders.

Ein Programmpunkt war ein Besuch des Skigebiets La Molina in den Alpen, nahe der französischen Grenze. Es erwartete uns ein herrliches Bergpanorama und super Wetter. Hier sollte ich meine erste Tandemskifahrt (Bi-Ski) machen und damit meinen ersten Härtetest bestehen. Ich wurde auf ein schlittenartiges Gefährt gesetzt, hinter mir ein Skifahrer der den „Schlitten“ steuerte.

Skifahren für Rollstuhlfahrer
Skifahren für Rollstuhlfahrer – da wurde mir mulmig

Nun, dachte ich das ist doch recht entspannt, denn zunächst fuhren wir eine leichte Abfahrt runter. Was ich nicht wusste: Das war erst der Weg zum Skilift. Am Lift angekommen, wurde ich mit dem „Schlitten“ „eingehängt“ und es ging nach oben. Erst jetzt begann ich zu erahnen was gleich kommen würde. Oben angekommen schaute ich gefühlt senkrecht ins Tal, auf die Frage ob wir da wirklich jetzt runter fahren würden, meinte mein „Steuermann“:

„Ja! Einen anderen Weg gibt es jetzt nicht mehr.“

Wohl fühlte ich mich in diesem Moment nicht wirklich. Aber da setzten wir uns schon in Bewegung, ich weiß nicht wie schnell wir waren, aber mir kam es extrem schnell vor! Ich wurde ordentlich durchgeschüttelt, wieder unten angekommen war meine Haut wahrscheinlich so weiß wie der Schnee, aber es war geil! Ein Erlebnis, das man nicht mehr vergisst und ein Erlebnis, was mir den Respekt der anderen Mitreisenden einbrachte.

Im Heißluftballon mit dem Rollstuhl

Die Ballonfahrt vor der ich im Vorfeld so viel Respekt hatte, war dagegen ein erholsames Erlebnis. Schon am frühen Morgen machten wir uns auf dem Weg zum Startplatz. Der Ballon wurde mit Heißluft gefüllt und schon konnte es fast losgehen. Wir hatten einen recht großen Korb, in dem immerhin 12 Personen Platz fanden.

Heissluftballon mit Rollstuhl
Meine erste Ballonfahrt mit Rollstuhl

Ich als Rollstuhlfahrer wurde auf einen Spezialsitz im Korb gesetzt und dort angeschnallt, damit man auch bei einer ruppigen Landung nicht durch oder aus dem Korb geschleudert wird. Da ich nicht über die Brüstung des Korbs gucken konnte, gab es für mich ein Sichtfenster im Korb, durch das man wunderbar schauen konnte.

So eine Ballonfahrt ist ein unglaubliches Erlebnis, man fährt einfach sanft mit dem Wind, der Ausblick von oben auf die Pyrenäen, im Hintergrund die aufgehende Sonne… es war Wahnsinn. Wer einmal die Gelegenheit bekommt, sollte sie unbedingt nutzen. Die Landung verlief übrigens ganz sanft.

Da ich, wie ich ja schon an anderen Stellen geschrieben habe, auf motorgetriebene Gefährte stehe, sollte noch ein besonderes Highlight auf mich warten. Die Fahrt mit einem Motorschlitten. Hier hatte ich auch mal das Steuer selbst in der Hand, was mir natürlich besonders Spaß gemacht hat. Auf solch einen Schlitten durch diese Landschaft zu fahren ist schon sehr cool. Da weiß man was Freiheit heißt. Am liebsten hätte ich nichts mehr anderes gemacht.

Rollstuhlfahrer auf dem Motorski
Meine erste Fahrt mit dem Motorski

Was die Fahrt für mich besonders gemacht hat, waren aber nicht nur diese Highlights. Wir waren ja eine Gruppe, die an diesem Angebot des Tourismusverbandes Katalonien teilgenommen hatten. In der Gruppe herrschte eine tolle, nette und sehr entspannte Atmosphäre. Wir hatten jede Menge Spaß miteinander und es herrschte eine reger Austausch. Hinzu kam, dass wir tolle Gastgeber hatten, die für uns ein unglaubliches Programm zusammengestellt haben.

Eine solche Tour macht man natürlich nicht alle Tage und die wenigsten von euch werden sie je machen. Wer aber mal eine besonders schöne Region kennenlernen möchte, sollte nach Katalonien fliegen. Es lohnt sich!!

Im nächsten Teil berichte ich von meiner ersten Reise nach Teneriffa!

Bis dahin,
euer Jürgen

Zusammenfassung
Meine Highlights aus 10 Jahren RUNA - Teil 2
Beitragsname
Meine Highlights aus 10 Jahren RUNA - Teil 2
Inhalt
10 Jahre als Rollstuhlfahrer bei RUNA REISEN. Das sind meine Highlights und Erfahrungen aus 10 Jahren als Reiseberater für Barrierefreies Reisen.
Autor
Veröffentlicht auf
Barrierefrei-Reisen.info

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