Was man zu Menschen mit Behinderung nicht sagen darf

Vorweg gesagt: Ich möchte mit diesem Beitrag niemanden verletzen. Aber manchmal machen wir es uns selbst einfach unheimlich schwer. Bleibt doch einfach locker.

Das Wording im Umgang mit Behinderten (vorsicht Satire)

Ich weiß noch, als ich auf einer meiner ersten Rehacare-Messen für runa reisen war! Gerne bot ich unseren Reisekatalog für Menschen mit Behinderung den Menschen auf der Rehacare an!

Natürlich haben wir den Katalog vor Druck auf Fehler überprüft. Wir waren uns auch sicher, dass sich kein Fehler eingeschlichen hatte! Den einen oder anderen Tippfehler der sich einschleicht, würden die Leute sicher verkraften.

Womit wir aber nicht gerechnet hatten war, dass sich eine Frau an einer speziellen Formulierung stoßen würde. Als ich ihr unseren Katalog anbot, meinte sie: „Ich werde nie mit Ihnen reisen, mein Mann ist nach einem Unfall Querschnittsgelähmt.“ Sie schreiben hier (zeigt auf den Text):

„spüren auch Sie den Sand unter den Füßen!“

Das empfand sie in einem Katalog für Menschen mit Behinderung als zu verletzend.

Mal abgesehen davon, dass viele Rollstuhlfahrer sehr wohl noch Gespür in ihren Füßen haben, hatte ich mir damals ein paar Gedanken darüber gemacht. Was dürfen wir künftig zu wem nicht mehr sagen? Wir wollen ja auf gar keinen Fall Gefahr laufen, die Gefühle anderer zu verletzen.

Das sind meine Tipps für die Komunikation mit Menschen mit Handicap:

Nie zu Rollstuhlfahrern sagen

  1. Wie geht´s?
  2. Geht´s noch?
  3. Geht nicht gibt’s nicht!
  4. Läuft bei Dir, was?
  5. Ich geh am Stock! (Wäre für mich eindeutig eine Verbesserung ;-))
  6. Schatz ich möchte jetzt gehen!
  7. Willst du mit mir gehen?

Nie zu Sehbehinderten sagen

  1. Ihre Blicke trafen sich
  2. Auf Wiedersehen
  3. Lange nicht gesehen
  4. Wir sehen später weiter!
  5. Gut siehst du aus!
  6. An den Anblick könnte ich mich gewöhnen!
  7. Sollen wir Blinde Kuh spielen?

Nie zu Kleinwüchsigen sagen

  1. Du regst dich aber auch über jede Kleinigkeit auf!
  2. Sie sollten unbedingt das Kleingedruckte lesen!
  3. Kleinvieh macht auch Mist!
  4. Sei doch nicht so Kleinkariert!
  5. Ich habe noch eine Kleinigkeit für dich!
  6. Wie wäre es mit einer Kurzreise?
  7. Sollen wir eine Partie Minigolf spielen?

Nie zu Hörbehinderten sagen bzw. schreiben

  1. Auf wieder hören!
  2. Kenn ich nur vom Hören sagen!
  3. Von dem wird man noch viel hören!
  4. Nachtigall ich hör dir trapsen!
  5. Hast du mal wieder was von der/m ….. gehört?
  6. An der Uni: Wo befindet sich denn hier der Hörsaal?
  7. Wer nicht hören will muss fühlen!

Es gibt bestimmt noch eine Menge mehr! Eure Ideen könnt ihr mir gerne mal schreiben, wenn ihr Lust habt. So ich geh dann mal wieder offline. Ach Mist, kann ich ja so nicht schreiben… Das ist aber auch kompliziert.

Bis dann, Euer Jürgen

2 Antworten auf „Was man zu Menschen mit Behinderung nicht sagen darf“

  1. Als Rollstuhlfahrerin sag´ ich oft, wenn mir irgendwas nicht so gefällt: „Einen Vorteil habt ihr ja bei mir, ich kann nicht davon laufen!“

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