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Blogbeitrag

Kreta mit Rollstuhl in Zeiten von Corona

Wie kam die Reise zustande und wie lief die Organisation?

Mitte Juli erhielt RUNA REISEN, der Spezialist für barrierefreies Reisen in Deutschland, für die ich immer wieder aktiv bin und bei dem Unternehmen vorher zehn Jahre angestellt war, eine Anfrage von einem Hotel aus Griechenland (Kreta). Das Hotel wurde 2004 in Maleme speziell für Reisegäste mit Behinderung gebaut.

Leider bleibt aber auch dieses tolle Hotel, wie viele andere auch, von der Krise nicht verschont. Normalerweise sind um diese Zeit alle 11 Zimmer und die zwei Suiten ausgebucht. Im Moment kommen aber kaum Gäste, trotz der sehr geringen Infektionszahlen auf Kreta, so die Hotel Managerin Diamanto Apostolaki. Also rief sie kurzer Hand einen ihrer besten Partner, RUNA REISEN an und fragte nach, was man da machen könnte.

Kurz drauf bekam ich einen Anruf von Karl B. Bock, einem der Geschäftsführer, meinem früheren Arbeitergeber und Freund. „ Jürgen, hast du Zeit und Lust nach Kreta zu fliegen?“, inklusive einer kurzen Information zur Lage, Dauer der Reise und was wir dort machen würden.

Nun, ich müsste Lügen wenn ich sagen würde, ich habe natürlich sofort zugesagt. Was ich in der Regel bei einem solchen Angebot mache.

Denn natürlich habe ich mir die Frage gestellt: Was ist mit Corona, wie wird das Fliegen sein und wie sicher bin ich auf Kreta? Also kurzer Check: Wie ist die aktuelle Situation? Auf ganz Kreta gibt es aktuell insgesamt nur 30 Fälle, von denen die meisten wieder genesen sind. (Quelle: Greece-moments.com, keine Neuinfektionen).

Fliegen? Nun ja, es gibt ein leichtes Risiko, da wenn es neue Infektionen auf Kreta gibt, diese von Touristen kommen. Also noch meine Termine gecheckt und was ich bis zum Flug noch erledigen muss, eine Nacht drüber geschlafen und dann zurück gerufen. „Klar Karl, machen wir! Wann geht’s los?“

Unser Plan war dann, vom 26.07. bis zum 29.07. zu fliegen. Ein kurzer Trip, auf dem wir aber ein paar Ausflüge machen könnten, Interviews, ein paar kleine Videos drehen und noch ein bisschen Zeit zum Entspannen. Flüge waren schnell raus gesucht, es sollte aber anders kommen. Unsere Flüge ab Düsseldorf wurden gecancelt. Also mussten neue Flüge her. Wir wurden fündig, aber nur vom 26.07.-27.07. ab Hannover, oder gleich eine ganze Woche. Da aber sowohl Karl, Angela Beiderbeck (Produktmanagerin von RUNA REISEN) die auch mit fliegen sollte und ich, aufgrund anderer Verpflichtungen keine Woche frei schaufeln konnten, flogen wir vom 26.07.-27.07.

Drei Tage vor Abflug, haben wir uns noch über einen Link in Griechenland registriert, dazu mussten wir ein Online Formular ausfüllen. Dieses muss man auch zwingend machen, denn ansonsten kann man nicht in Griechenland einreisen. In der Nacht vor unserem Abflug haben wir dann ein PDF Dokument und eine QR Code zugesandt bekommen, den man am Abflughafen und bei der Ankunft vorweisen muss. Dieses klappt aber hervorragend! Zur Sicherheit und zum Schutz der Bevölkerung auf Kreta, kann es sein dass man bei Ankunft noch auf Corona getestet wird. Dies war aber bei uns nicht der Fall.

Flug und Ankunft auf Kreta

Wie ich schon erwähnt hatte, hatte ich, wenn überhaupt, Bedenken wegen des doch knapp 3 ½ Stunden dauernden Flugs und ob man am Flughafen überhaupt jederzeit Abstand halten kann. Meine Bedenken sollten sich schnell verflüchtigen. Wir kamen um kurz vor 15:00 Uhr am Flughafen an, ein leer gefegtes Parkhaus. Im Gebäude selbst hätte man den Eindruck haben können, es wäre mitten in der Nacht.

Die einzigen zwei Check-in-Schalter die geöffnet waren, waren für unseren Flug. Und auch nur für diesen befanden sich Personen im Gebäude. So entspannt und mit aller Ruhe, haben wir noch nie eingecheckt. Als erster ab in den Flieger, mit den angemeldeten Sonderservice. Danach kamen in aller Ruhe die anderen Passagiere an Bord, jeder brav seinen Mund Nasen Schutz auf [Wir hatten uns für FFP2-Masken entschieden, um uns und die anderen Passagiere bestmöglich zu schützen]. Gut, die Maschine war gut besetzt, aber da sich wie gesagt, alle an die Vorgaben hielten, waren wir auch hier sehr entspannt. Pünktlich um 17:50 Uhr, flogen wir ab. Ankunft 22:05 Uhr Ortszeit, Kreta hat eine Stunde Zeitverschiebung. Bis wir ausgecheckt und unser Gepäck hatten, war es ungefähr 23:00 Uhr. Im Regelfall landet man, wenn man zum Hotel in Maleme möchte in Chania. Dieser Flughafen war aber wegen Corona noch außer Betrieb, so dass wir in Heraklion landen mussten. Die Folge ist leider, dass der Transfer zum Hotel, im rollstuhlgerechtem Kleinbus, nicht eine halbe Stunde dauert, sondern 2 ½. So kamen wir dann, etwas erschöpft, um 01:30 Uhr im Hotel an.

Persönlicher Eindruck vom Rollstuhl-Hotel

Wider Erwarten wurden wir von Diamanto, der Hoteldirektorin, persönlich in Empfang genommen! Ich fühlte mich sofort wie zu Hause. Der Empfang war herzlich und sehr freundlich. Nachdem wir unsere Sachen auf unsere Zimmer gebracht hatten, lud uns die Gastgeberin noch auf eine, nach Ihren Worten „Kleinigkeit“, zu essen ein, die sie mitten in der Nacht noch vorbereitet hatte. Jeder, der eine herzliche, freundliche, fast mütterliche Griechin kennt, kann sich vorstellen was eine Kleinigkeit heißt. So genossen wir ein herrliches Essen am Pool, bei immer noch etwa 25 Grad. Schon da wusste ich, jede Minute der Anreise hatte sich gelohnt.

Am Pool, auf einer sensationellen Insel, mit herrlichem Essen, einem tollen Wein, umgeben von tollen Menschen, nette unterhaltsame Gespräche führen, das ist Genuss und leben pur. Kann ich das bitte jeden Tag genauso haben?

Um 04:00 Uhr fielen wir dann aber ins Bett.

Am nächsten Morgen um 8 Uhr Ortszeit, wieder dieser Moment in dem du weißt warum du das machst! Raus aus dem Bett, duschen, kurz auf den Balkon des Zimmers, dieser Ausblick aufs Meer, der Geruch, das Zirpen der Grillen, 27 Grad. Ich glaube ich bleib einfach hier sitzen. Okay, leider nein! Stattdessen das nächste Highlight, ein köstliches Frühstück mit regionalen Spezialitäten, selbst gebackenem Kuchen und frischem Kaffee. Phantastisch.

Auch hier hätte ich noch länger verweilen können, aber es lagen ja noch ein paar Aufgaben vor uns.

So besichtigten wir nach dem Frühstück erst mal das Hotel, anschließend noch ein paar Interviews für Facebook und Instagram.

Dann ab zum barrierefreien Strand, Besichtigung, noch einen kleinen Snack und dann wieder ins Transferfahrzeug und ab zum Flughafen. Unser Rückflug ging um 19:15 Uhr Ortszeit.

Der Rückflug war dem Hinflug sehr ähnlich. Bis auf wenige Ausnahmen, befolgten alle die Regeln. Leider muss ich es so sagen, sah man es den Personen schon an. Ansonsten war auch hier alles ganz entspannt. Um 22:05 Uhr kamen wir wieder in Hannover an. Jetzt bin ich seit 4 Tagen wieder zu Hause und sehne mich wieder, ohne Symptome, außer dem Fernweh, zurück nach Kreta.

Fazit: Würde ich eine Reise mit Rollstuhl nach Kreta empfehlen?

Ein kleines Mitbringsel muss sein! Auch wenn man eigentlich keine Zeit zum shoppen hat!

Auf jeden Fall! Die Insel, das Hotel, Diamanto Apostolaki, das Essen, das Klima, ist einfach sensationell. Jetzt bekommt man noch spezielle Preise, um den Tourismus in Griechenland und seinen Inseln wieder anzukurbeln.

Ja, es ist ein anderes Reisen wie noch vor gut einem halben Jahr. Man muss strengere Regeln befolgen, Abstand halten, Maske tragen, Hygienevorschriften einhalten. Die Anreise ist nicht immer so bequem, da manche Flughäfen noch nicht, oder nur eingeschränkt in Betrieb sind. Aber ganz ehrlich: Reisen bedeutet immer auch Abenteuer und den Schritt ins Unbekannte zu machen. Vielleicht auch mal mit Hindernissen und Wagnissen, gerade auch für uns Menschen mit Behinderung. Reisen bedeutet aber auch all das, was ich im Blogbeitrag beschrieben habe und das sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch in Zeiten wie diesen. Besonders dann nicht, wenn man in ein so rollstuhlgerechtes Hotel kommt, wo einem jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird.

In diesem  Sinne gute Reise und viele schöne Erfahrungen und Erlebnisse.

Mehr erfahrt Infos bekommt Ihr hier:

Die Unterkunft
Instagramprofil von RUNA REISEN
RUNA REISEN auf Facebook
RUNA REISEN auf Youtube
FFP2-Masken (Made in Germany)

Dort sind viele Infos, Interviews, Videos und Bilder hinterlegt.

Mein Dank für die tolle Erfahrung geht an Karl B. Bock und Diamanto Apostolaki, die diese Reise möglich gemacht haben und natürlich an Angela für die nette und unterhaltsame Reisebegleitung.

Eine Videozusammenfassung unserer Erlebnisse

3 Antworten auf „Kreta mit Rollstuhl in Zeiten von Corona“

Der richtige Schritt zur richtigen Zeit! Ein sehr interessanter Beitrag, der mir die Angst nimmt. Fliegen scheint deutlich ungefährlicher zu sein, als die tägliche Fahrt mit der S-Bahn, Restaurantbesuch oder der Einkauf bei engen Wegen zwischen den Regalen. Besonders der Tipp mit der FFP2-Maske ist sehr hilfreich. Super, dass Runa Reisen das ermöglich hat. Kein Wunder, dass die so beliebt sind.

Ich habe mir die Maske auch bei https://www.ffp2-germany.com bestellt. Wirklich ein super Tipp. Mit dieser Maske fällt mir das Atmen unheimlich leicht und ich bin auch noch selbst gut geschützt. Nutze die Maske nur noch (beim Einkaufe, S-Bahn fahren und wenn es eng ist).

Ein toller Beitrag. Das Reisen birgt keine so große Gefahr, ja nachdem, wohin. Kreta ist einfach wunderschön, da bekomme ich Fernweh. Vielleicht kommt mal die Gelegenheit.

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